Wägezelle mit integriertem IO-Link-Messverstärker

IO-Link Wägezellen

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IO-Link ist eine genormte, digitale Punkt-zu-Punkt-Verbindung zwischen einem Sensor und einem IO-Link-Master. Sie läuft über ein ganz normales, ungeschirmtes Sensorkabel mit drei Leitern und M12-Stecker. Über dieselbe Leitung gehen Messwert, Parameter und Diagnose.

Für Wägezellen und Kraftaufnehmer heißt das: Der Messverstärker sitzt im Sensor oder im Kabel, und statt eines empfindlichen Millivolt-Signals kommt ein fertiger Zahlenwert in der Steuerung an.

3 Leiter

ungeschirmtes Standardkabel, M12, M8 oder M5

bis 20 m

Leitungslänge zwischen Master und Sensor

bis 230,4 kBaud

drei Übertragungsraten: COM1, COM2, COM3

IEC 61131-9

internationale Norm, herstellerübergreifend

So ist ein IO-Link-System aufgebaut

Ein IO-Link-System besteht aus drei Teilen: den Geräten (Devices) im Feld, dem Master, an dessen Ports sie hängen, und der Steuerung, mit der der Master über den vorhandenen Feldbus spricht. IO-Link ersetzt also keinen Feldbus, sondern ist die letzte Strecke bis zum Sensor.

Steuerung (SPS)Anlagensteuerung, LeitsystemFeldbus / Industrial EthernetIO-Link-Masterein Port je Gerät, ParameterspeicherWägezelleIO-Link integriertMessverstärker+ DMS-WägezelleTemperatursensorIO-LinkDurchflusssensorIO-LinkStandard-Sensorkabel, 3 Leiter, ungeschirmt, bis 20 mJedes Gerät beschreibt sich selbst mit einer IODD-Datei.Ohne Master arbeitet der Signal-Pin als einfacher Schaltausgang (SIO-Modus).

IO-Link-Device

der Sensor oder Aktor im Feld, zum Beispiel eine Wägezelle mit integriertem IO-Link-Messverstärker

IO-Link-Master

das Gateway mit mehreren Ports; er setzt IO-Link auf PROFINET, EtherNet/IP, EtherCAT oder einen anderen Feldbus um

IODD

die Gerätebeschreibung als XML-Datei; sie liefert Parameter, Einheiten und Texte für Master und Konfigurationssoftware

Kabel

ungeschirmte Standard-Sensorleitung mit drei oder fünf Adern; Stecker M12, M8 oder M5

Was über die Leitung geht

IO-Link überträgt nicht nur den Messwert. Die Norm kennt vier Arten von Daten:

Prozessdaten

der zyklische Messwert, bei einer Wägezelle etwa die Kraft oder das Gewicht als Zahl

Wertstatus

die Angabe, ob der Prozesswert gültig ist

Gerätedaten

Parameter, Kennung und Seriennummer, zum Beispiel Messbereich, Filter oder Schaltpunkte; sie werden bei Bedarf gelesen und geschrieben

Ereignisse

Meldungen des Geräts, etwa bei Überlast oder Fehler, die es von sich aus an den Master schickt

Ist kein Master angeschlossen, arbeitet der Signal-Pin im SIO-Modus als herkömmlicher Schaltausgang. Einige Geräte bieten dann zusätzlich ein Analogsignal, die LBOA zum Beispiel 4…20 mA.

Technische Eckdaten von IO-Link

Merkmal Wert
Norm IEC 61131-9 (SDCI, Single-drop Digital Communication Interface)
Verbindung Punkt-zu-Punkt, ein Gerät je Master-Port
Kabel ungeschirmt, 3 oder 5 Adern, bis 20 m
Stecker M12, M8 oder M5; Port Class A bis 4 Pole, Port Class B 5 Pole (nur M12)
Pinbelegung Pin 1: L+ 24 V · Pin 3: L− 0 V · Pin 4: C/Q (Kommunikation oder Schaltausgang) · Pin 2 und 5: bei Class B Hilfsenergie
Versorgung 24 V DC über den Master
Übertragungsrate COM1 4,8 kBaud · COM2 38,4 kBaud · COM3 230,4 kBaud
Zykluszeit ab 0,4 ms bei COM3; die Antwortzeit des Messverstärkers kommt hinzu
Gerätebeschreibung IODD (XML), im IODD-Finder der IO-Link Community abrufbar
Erweiterungen IO-Link Safety für Sicherheitsfunktionen, IO-Link Wireless für Funk

Warum IO-Link bei Wägezellen und Kraftaufnehmern

Eine Dehnungsmessstreifen-Brücke liefert nur wenige Millivolt. Über lange Leitungen und neben Frequenzumrichtern ist dieses Signal störanfällig, und es braucht einen Messverstärker im Schaltschrank. Mit IO-Link fällt beides weg:

Kein Millivolt-Signal auf der Leitung

digitalisiert wird direkt am Sensor; die Leitung überträgt nur noch Zahlen

Kein separater Verstärker

die Elektronik sitzt im Sensor oder im Kabel und spart Platz im Schaltschrank

Parametrieren aus der Steuerung

Messbereich, Filter, Nullpunkt und Schaltpunkte werden per Software eingestellt

Einfacher Gerätetausch

ab IO-Link 1.1 speichert der Master die Parameter und schreibt sie in das neue Gerät zurück

Diagnose

Ereignisse wie Überlast oder Gerätefehler kommen als Meldung in der Steuerung an

Standardverdrahtung

Standard-Sensorkabel mit M12-Stecker, keine geschirmte Messleitung nötig

Drei Wege zur Wägezelle mit IO-Link

Je nach Bauraum sitzt der IO-Link-Messverstärker an einer von drei Stellen:

Im Sensor integriert

für Bauformen mit genug Platz im Gehäuse, zum Beispiel Scherstab und Zugstab

Als Messverstärker im Kabel

für kompakte Sensoren und zum Nachrüsten vorhandener DMS-Wägezellen

Als OEM-Platine

zum Einbau in eigene Sensoren und Geräte, rechteckig, rund oder zweikanalig

IO-Link-DMS-Messverstärker EMMA und S-förmige Wägezelle von octogon
IO-Link-Messverstärker EMMA: macht aus einer vorhandenen DMS-Wägezelle ein IO-Link-Gerät

IO-Link-Produkte von octogon

Scher- und Biegestab-Wägezelle LBOA mit integriertem IO-Link

Wägezelle

LBOA Scher- und Biegestab

50 bis 10.000 kg, IO-Link 1.1 und 4…20 mA im SIO-Modus, Gesamtfehler ≤ ±0,02 % FS, Edelstahl, IP67.

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Universal-Kraftmesszelle LZMC mit IO-Link und Gelenkköpfen

Kraftmesszelle

LZMC Universal-Kraftmesszelle

500 bis 3000 kg für Zug und Druck, Verstärker 16 Bit im vergossenen Körper, M12-Stecker.

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IO-Link-DMS-Messverstärker EMMA im Kunststoffgehäuse

Messverstärker

EMMA IO-Link-DMS-Messverstärker

für eine DMS-Vollbrücke, 16 Bit, kombinierter Fehler < ±0,05 %, 72 × 28 × 35 mm, IP65.

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IO-Link-Messumformer EOMC als rechteckige OEM-Platine

OEM-Platine

EOMC IO-Link-Messumformer

40 × 17 × 4,5 mm zum Einbau, 16 Bit, Antwortzeit 20 ms, −20 bis +80 °C.

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Runder IO-Link-Messumformer EOMD als OEM-Platine

OEM-Platine rund

EOMD IO-Link-Messumformer rund

Ø 31,4 mm für runde Gehäuse wie Kraftmessdosen und Druckaufnehmer, elektrisch wie EOMC.

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Zweikanaliger IO-Link-Messumformer EOME als OEM-Platine

OEM-Platine 2-kanalig

EOME zweikanaliger Messumformer

Kanal 1 DMS-Vollbrücke, Kanal 2 Pt100 oder Thermoelement, beide Werte über ein IO-Link-Interface.

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Alle Messverstärker und Platinen finden Sie unter IO-Link-DMS-Messverstärker. Für Überlastabschaltungen gibt es den EOMF mit eigener Überlastschaltung nach PL c / SIL 1 (TÜV Nord), parallel zur IO-Link-Messkette; mehr dazu unter Funktionale Sicherheit.

Weitere Sensoren mit IO-Link

IO-Link ist nicht auf Kraft beschränkt. Mit demselben Master lesen Sie auch Temperatur und Durchfluss:

Temperatur

Kompakt-Temperatursensor TEMH und gefederter Anlegesensor TSMB

Strömung und Temperatur

thermischer Strömungssensor QEKD mit Farbdisplay

Alle Produkte

die vollständige Auswahl unter IO-Link-Sensoren und Messelektronik

Vorhandene Sensoren auf IO-Link umrüsten

Eine Wägezelle, die heute ein mV/V-Signal liefert, lässt sich meist ohne Änderung am Messkörper auf IO-Link umstellen: mit einem Messverstärker im Kabel oder, wenn Platz im Gehäuse ist, mit einer eingebauten Platine. Auch Sonderbauformen statten wir mit IO-Link aus, siehe Kundenspezifische Kraftaufnehmer.

IO-Link für Ihre Anwendung

Nennen Sie uns Nennlast, Bauform und Einbausituation. Wir sagen Ihnen, ob eine Standard-Wägezelle mit IO-Link passt, ein Messverstärker im Kabel oder eine Platine im Gehäuse.

Häufige Fragen zu IO-Link

Was brauche ich, um eine IO-Link-Wägezelle zu betreiben?

Einen IO-Link-Master, ein Standard-Sensorkabel und die IODD-Datei des Geräts. Der Master hängt am Feldbus Ihrer Steuerung; die IODD gibt es im IODD-Finder der IO-Link Community. Bei der LZMC zum Beispiel gehören Master und Kabel nicht zum Lieferumfang.

Wie lang darf das Kabel sein?

Bis 20 m zwischen Master und Gerät, mit einer ungeschirmten Standardleitung. Eine geschirmte Messleitung wie beim mV/V-Signal ist nicht nötig, weil nur digitale Werte übertragen werden.

Funktioniert die Wägezelle auch ohne Master?

Nur eingeschränkt. Ohne Master arbeitet der Signal-Pin im SIO-Modus als Schaltausgang. Die LBOA liefert dann zusätzlich 4…20 mA. Die LZMC hat kein Analogsignal und braucht für Inbetriebnahme und Betrieb einen Master.

Mit welchen Steuerungen und Feldbussen geht IO-Link?

Mit allen, für die es einen IO-Link-Master gibt, zum Beispiel PROFINET, EtherNet/IP, EtherCAT oder Modbus TCP. IO-Link ist herstellerübergreifend, Sensor und Master müssen nicht vom selben Hersteller sein.

Was passiert beim Tausch eines Sensors?

Ab IO-Link 1.1 kann der Master die Parameter des Geräts speichern. Wird ein baugleiches Gerät eingesetzt, schreibt er sie automatisch zurück, und die Anlage läuft ohne erneutes Einstellen weiter.

Wie schnell ist IO-Link?

Die Übertragung läuft mit bis zu 230,4 kBaud, die Zykluszeit beginnt bei 0,4 ms. Bei Wägezellen bestimmt meist der Messverstärker das Tempo: Unsere IO-Link-Messumformer und die LZMC haben eine Antwortzeit von 20 ms, dazu kommt der Filter.

Kann ich meine vorhandene DMS-Wägezelle nachrüsten?

Ja. Der Messverstärker EMMA nimmt eine DMS-Vollbrücke auf und gibt den Wert über IO-Link aus. Für den Einbau in ein Gehäuse gibt es die OEM-Platinen EOMC (rechteckig) und EOMD (rund).

Gibt es IO-Link auch für Sicherheitsfunktionen?

Dafür gibt es die Erweiterung IO-Link Safety. Für Überlastabschaltungen an Wägezellen bieten wir den EOMF: Er hat eine eigene Überlastschaltung nach PL c / SIL 1, die parallel zur IO-Link-Messkette arbeitet. Für höhere Stufen gibt es redundante Aufnehmer bis SIL 3 / PL e.

Schicken Sie Ihre Anfrage über das Angebotsformular oder an office@octogon.org.