Sie haben eine konkrete Aufgabe? Wir melden uns mit einer Empfehlung.
Wir entwickeln und fertigen Sensoren, die für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen nach ATEX (2014/34/EU) und IECEx ausgelegt sind, von der Standardausführung bis zum kundenspezifischen Aufnehmer.
Eigensichere Sensoren für den Ex-Bereich: Explosionsschutz ATEX / IECEx
In der chemischen Industrie, in der Öl- und Gasförderung, im Bergbau, in Mühlenbetrieben, in der Holz- und Futtermittelverarbeitung können durch Gase, Dämpfe oder Stäube explosionsfähige Atmosphären entstehen. Elektrische Betriebsmittel, und damit auch die eingesetzte Messtechnik, dürfen dort unter keinen Umständen zur Zündquelle werden.
Die Zündschutzart der Wahl: Eigensicherheit (Ex i)
Für Sensoren auf Basis von Dehnungsmessstreifen ist die Zündschutzart Eigensicherheit (Ex i) die technisch eleganteste und sicherste Lösung.
Das Prinzip beruht auf der konsequenten Begrenzung der elektrischen Energie im explosionsgefährdeten Bereich. Spannung, Strom und Leistung im Sensor werden so gering gehalten, dass selbst im Fehlerfall, etwa bei Kurzschluss oder Leitungsbruch, weder zündfähige Funken noch unzulässig hohe Oberflächentemperaturen entstehen können.
Je nach erforderlicher Zone liefern wir Ausführungen in Ex ia, eigensicher auch bei zwei voneinander unabhängigen Fehlern und damit für Zone 0 und 20 geeignet, oder Ex ib für Zone 1 und 21.
Druckfeste Kapselung (Ex d) auf Anfrage
Eigensicherheit funktioniert nur, solange sich die Energie im Gerät ausreichend begrenzen lässt. Sobald mehr Leistung nötig ist, etwa bei integrierter Verstärkerelektronik, einer Anzeige oder einem Feldbusanschluss direkt im Ex-Bereich, kommt die druckfeste Kapselung ins Spiel.
Bei dieser Zündschutzart wird die Zündquelle nicht vermieden, sondern eingeschlossen: Das Gehäuse hält einer inneren Explosion stand und verhindert über definierte Spaltmaße, dass Flammen nach außen durchschlagen. Der Vorteil für Sie liegt in der Anbindung, weil keine Ex-Barriere nötig ist und sich Standardsignale direkt übertragen lassen. Dafür fällt das Gehäuse schwerer und größer aus, und es darf im Betrieb nicht geöffnet werden.
Entsprechende Ausführungen liefern wir auf Anfrage, ebenso Kombinationen der Zündschutzarten. Welche für Ihre Anwendung die wirtschaftlichere ist, klären wir anhand von Zone, Signalart und Einbausituation.
Die Zonen im Überblick
| Explosionsgefahr | Gase & Dämpfe | Brennbare Stäube | Beschreibung der Atmosphäre |
|---|---|---|---|
| Ständig oder langzeitig | Zone 0 | Zone 20 | Explosionsfähige Atmosphäre ist ständig, langzeitig oder häufig vorhanden |
| Gelegentlich | Zone 1 | Zone 21 | Tritt im Normalbetrieb gelegentlich auf |
| Selten und kurzzeitig | Zone 2 | Zone 22 | Tritt im Normalbetrieb nicht auf, und wenn doch, nur selten und kurz |
Ex-Ausführungen in unserem Programm
Explosionsschutz betrifft nicht nur die Kraftmessung. Ex-zertifizierte Ausführungen sind in mehreren Produktbereichen verfügbar:
- Wägezellen und Kraftaufnehmer mit Ex-Schutz, einschließlich Kraftmessbolzen und Sonderaufnehmern
- Temperatursensoren in ATEX- und IECEx-Ausführung
- Drucksensoren und Druckschalter
- Füllstandsmessung für Behälter und Silos mit brennbaren Medien oder Stäuben
- Durchflussmessung
- Messelektronik für den sicheren Bereich
Welche Zone und welche Gerätekategorie Ihre Anwendung verlangt, klären wir vor der Auswahl gemeinsam.
Was auf dem Typenschild steht
Eine vollständige Ex-Kennzeichnung umfasst mehr als die Zone. Diese Angaben bestimmen, welche Ausführung Sie tatsächlich brauchen:
- Gerätegruppe und Kategorie, etwa II 1G für Zone 0 oder II 2D für Zone 21
- Zündschutzart, bei DMS-Sensoren Ex ia oder Ex ib
- Explosionsgruppe, IIA bis IIC bei Gasen und IIIA bis IIIC bei Stäuben, wobei IIC und IIIC die anspruchsvollsten sind
- Temperaturklasse T1 bis T6 bei Gasen, beziehungsweise die maximale Oberflächentemperatur bei Stäuben
- Umgebungstemperaturbereich, der bei Ex-Geräten enger ausfallen kann als beim Standardprodukt
Nennen Sie uns diese Angaben aus Ihrem Explosionsschutzdokument, dann schlagen wir die passende Ausführung vor. Liegen sie Ihnen nicht vor, genügen zunächst Medium, Zone und Temperaturbereich.
Konstruktive Merkmale unserer Ex-Sensoren
Explosionsschutz stellt nicht nur an die Elektronik, sondern auch an die Mechanik hohe Anforderungen.
Hermetische Kapselung. Die DMS-Brücke wird durch Laser- oder Mikroplasmaschweißen hermetisch versiegelt. Mit Schutzarten bis IP68 wird das Eindringen feinster Stäube und aggressiver Gase dauerhaft verhindert. Die zugehörige mechanische Fertigung erfolgt im eigenen Haus.
Gehäusewerkstoffe. Wir verwenden korrosionsbeständige Edelstähle, die gegen aggressive Chemikalien, Salzwasser und mechanische Beschädigung beständig sind. Reibfunken durch Leichtmetalle werden über die Werkstoffwahl konstruktiv ausgeschlossen.
Ex-konforme Verkabelung. Die Signalausleitung erfolgt über zugelassene PUR-, PTFE- oder Silikonkabel, zugentlastet und hochtemperaturfest, alternativ über zugelassene Steckverbindungen.
Antistatische Oberflächen. Elektrostatische Aufladungen werden konstruktiv vermieden, was besonders in den Staub-Ex-Zonen 20 und 21 entscheidend ist.
Systemintegration: das Zusammenspiel mit der Ex-Barriere
Ein eigensicherer Sensor ist immer nur ein Teil der Sicherheitskette. Der Sensor im Ex-Bereich muss zwingend über ein zugehöriges Betriebsmittel angebunden werden, also über einen Trennschaltverstärker oder eine Zener-Barriere.
- Gefahrenbereich: der Sensor in Ex ia oder Ex ib
- Grenze zum sicheren Bereich: die Ex-Barriere, die die Energie begrenzt und die Potenziale trennt
- Sicherer Bereich: Messverstärker, Indikator oder SPS, angebunden analog oder über Feldbus
Wir liefern auf Wunsch nicht nur den Sensor, sondern legen die gesamte Messkette mit Ihnen aus.
Wenn zusätzlich funktionale Sicherheit gefordert ist
In der Praxis treffen Explosionsschutz und Sicherheitstechnik häufig zusammen, etwa bei Überlastabschaltungen an Hebezeugen in Chemieanlagen oder bei der Silowägung mit Grenzwertabschaltung. Beides schließt sich nicht aus: Wir liefern Aufnehmer, die zugleich eigensicher und redundant ausgeführt sind. Mehr dazu unter funktionale Sicherheit nach SIL und PL.
Maßgeschneiderter Explosionsschutz
Standardprodukte stoßen in komplexen Anlagen oft an ihre Grenzen. Wir entwickeln Aufnehmer, die mechanisch exakt in Ihre bestehende Konstruktion passen und gleichzeitig die Normanforderungen des Explosionsschutzes erfüllen. Zur Lieferung gehören die Dokumentation und die Zertifikate, die Sie für Ihre Anlage brauchen; weitere Angaben zu unseren Nachweisen finden Sie unter Qualität.
Sprechen Sie mit unserem Engineering-Team über Ihre Anwendung. Nennen Sie uns Medium, Zone, Temperaturbereich und die Messgröße, dann schlagen wir den passenden Sensor samt Anbindung vor.