Mehrkanalige Wägetransmitter für Wägezellen
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Mehrkanalige Wägetransmitter für Wägezellen lesen jede Wägezelle einzeln statt als Summensignal. Damit sehen Sie, welche Zelle driftet oder ausgefallen ist, gleichen die Ecklast digital ab und können mehrere getrennte Wägestellen mit einem Gerät auswerten.
Mehrkanalige Wägetransmitter für Wägezellen: Der Unterschied im Betrieb
Bei einer Summierbox verschwinden die einzelnen Zellen hinter einem gemeinsamen Signal. Solange alles funktioniert, ist das unproblematisch. Fällt eine Zelle aus oder driftet sie langsam weg, sehen Sie am Transmitter nur, dass das Gesamtgewicht nicht mehr stimmt, nicht aber warum. Die Fehlersuche bedeutet dann: Klemmkasten öffnen, Zellen einzeln abklemmen, durchmessen, oft an einem befüllten Silo.
Ein mehrkanaliges Gerät wertet jeden Eingang separat aus und gibt die Werte einzeln aus. Der defekte Kanal ist damit in Sekunden identifiziert. Wer die Nullpunkte der Kanäle über die Zeit mitschreibt, erkennt eine beschädigte oder eindringungsfeuchte Zelle, bevor die Waage aus der Toleranz läuft. Das ist der eigentliche Grund, aus dem in Anlagen mit hoher Verfügbarkeitsanforderung mehrkanalig gemessen wird.
Ecklastabgleich ohne Schraubendreher
Bei einkanaligen Geräten wird der Ecklastabgleich mechanisch in der Summierbox über Trimmpotentiometer gemacht. Das ist fummelig, muss vor Ort erfolgen und nach jedem Zellentausch wiederholt werden.
Mehrkanalig wird jeder Kanal einzeln skaliert. Der Abgleich erfolgt in der Parametrierung, ist dokumentiert und bei einem Zellentausch in wenigen Minuten wiederhergestellt, ohne den Schaltschrank zu öffnen. Bei Plattform- und Bodenwaagen mit wechselnder Auflagestelle rechtfertigt allein das oft den Aufpreis.
Lastverteilung sichtbar machen
Bei Silos und Behältern liefern die Einzelwerte Informationen, die im Summensignal nicht enthalten sind. Sie erkennen, ob die Last ungleich auf den Auflagepunkten liegt, ob sich Schüttgut einseitig anlagert oder eine Brücke bildet, und ob ein Auflagepunkt in die Überlast läuft, obwohl das Gesamtgewicht unauffällig ist. Bei Freiaufstellung im Außenbereich lassen sich damit auch Windlasten und Schieflagen beurteilen.
Für die Auslegung der Auflagepunkte und den passenden Einbausatz sehen Sie sich die Wägemodule an.
Mehrere Wägestellen mit einem Gerät
Der zweite Anwendungsfall hat mit Einzelzellen nichts zu tun: mehrere voneinander unabhängige Waagen an einer Anlage, etwa vier Dosierbehälter oder mehrere Rollenbahnabschnitte. Statt vier Transmitter mit vier Busadressen und vier Hutschienenplätzen genügt ein Gerät. Das spart Platz im Schaltschrank, Verdrahtungsaufwand und Konfigurationsarbeit in der Steuerung.
Prüfen Sie dabei, ob sich die Kanäle im gewünschten Gerät frei zuordnen lassen, also einzeln ausgeben und gruppenweise summieren. Nicht jedes mehrkanalige Gerät kann beides.
Was Sie abwägen sollten
Mehr Kanäle bedeuten mehr Kabel. Jede Zelle geht einzeln zum Schaltschrank, was bei großen Silos längere Leitungswege und mehr Klemmen bedeutet als eine Summierbox nahe am Behälter. Verlängerungen sollten in 6-Leiter-Technik ausgeführt werden.
Achten Sie außerdem auf die Abtastung: Manche Geräte messen die Kanäle nacheinander, wodurch sich die effektive Rate pro Kanal teilt. Für langsame Behälterwägung ist das unerheblich, für dynamische Messungen oder Dosieren mit kurzer Nachlaufkorrektur sollten Sie die Rate pro Kanal prüfen. Grundsätzliches zu Abtastrate, Filtern und Schnittstellen steht in der Übersicht der Wägetransmitter.
Passende Komponenten
Die Sensoren finden Sie bei den Wägezellen und Kraftaufnehmern, Anzeigen für den Bediener bei den Wägeindikatoren, das übrige Programm in der Messelektronik. Für die Zellen kalibrieren wir nach ISO 17025 im eigenen Labor.
Preis, Datenblatt und CAD-Modell stehen bei jedem Artikel online. Bei der Auslegung von Kanalzahl und Verdrahtung beraten unsere Ingenieure Sie direkt.



