Feldbus und Industrial Ethernet

Sie haben eine konkrete Aufgabe? Wir melden uns mit einer Empfehlung.

Der Messwert ist nur die halbe Aufgabe — er muss auch in der Steuerung ankommen. Diese Seite zeigt, über welche Schnittstellen unsere Messelektronik spricht, welches Gerät welchen Feldbus beherrscht und woran Sie die Auswahl festmachen.

Analog, seriell oder Feldbus — drei Wege, ein Ziel

Analog (4…20 mA oder 0…10 V) ist der kürzeste Weg zu einer SPS-Eingangskarte. Ein Wert, eine Leitung, kein Protokoll. Dafür geht unterwegs Genauigkeit verloren, es gibt keine Diagnose, und für jeden weiteren Wert braucht es einen weiteren Eingang.

Seriell über RS485 oder RS232 mit Modbus RTU ist die Grundausstattung nahezu aller unserer Geräte. Der Gewichtswert kommt digital an, dazu Status, Sollwerte und Konfiguration — ohne Zusatzmodul.

Feldbus und Industrial Ethernet binden das Gerät als Teilnehmer in die Anlagensteuerung ein: zyklischer Datenaustausch, Adressierung über die Steuerungsprojektierung, Diagnose im Engineering-Werkzeug. Das ist der Weg, wenn die Anlage ohnehin über PROFINET, EtherCAT oder EtherNet/IP läuft.

Welches Gerät welchen Bus beherrscht

Die folgenden Angaben stammen aus den Datenblättern der jeweiligen Geräte.

Ab Werk mit Feldbus

  • ETLH Wägetransmitter L-TLB4 — vier unabhängige Wägezellen-Kanäle auf der DIN-Schiene. Feldbusse: RS485, CANopen, CC-Link, PROFIBUS, PROFINET, EtherNet/IP, EtherCAT. Dazu ein 16-Bit-Analogausgang und Modbus RTU.
  • EMLC DMS-Messverstärker LCB — die breiteste Auswahl im Programm. Wählbar sind RS485, RS485 mit Analogausgang, IO-Link, CANopen, CC-Link, CC-Link IE, Profibus DP, Modbus/TCP, Ethernet TCP/IP, EtherNet/IP, Profinet IO, EtherCAT, POWERLINK und SERCOS III. Das Gerät sitzt im Edelstahlgehäuse IP67 direkt an der Wägezelle und macht aus einer analogen Zelle eine digitale.

Feldbus als Modul auf Anfrage

  • EILB Wägeindikator L-W200 — serienmäßig RS485/RS232 mit Modbus RTU und ASCII. Auf Anfrage Profibus DP, DeviceNet, CANopen, Profinet IO, Modbus/TCP und EtherNet/IP; Ethernet TCP/IP zusätzlich für die Fernbedienung über Browser.
  • EILC Wägeindikator (L-W200BOX) — RS485 und RS232 mit Modbus RTU, dazu auf Anfrage Feldbus- und Ethernet-Module, etwa CANopen, Profibus DP oder Modbus/TCP mit integrierter Web-App. Gehäuse IP67 für die Wandmontage.
  • EILD Wägeindikator L-W200BOXEC — dieselbe serielle Basis, Bedienelemente im Deckel, Feldbus- und Ethernet-Module auf Anfrage.
  • ETLB Anschlusskasten CLM8 — acht einzeln überwachte Wägezellen-Kanäle, RS485/RS232 mit ModBus RTU, Ethernet TCP/IP auf Anfrage.

Seriell und analog

  • ETLF Wägetransmitter TLS — 16-Bit-Analogausgang in Strom oder Spannung und RS485 mit ModBus RTU. Auf Anfrage im IP67-Kasten und als Ausführung ATEX II 3GD für Zone 2–22.
  • ETLG Wägetransmitter L-TLB — ein Wägezellen-Eingang, RS485 mit ModBus RTU oder ASCII, Analogausgang in Strom oder Spannung, drei Relaisausgänge.

Sicherheitsgerichtet über Bus

  • ESMD Sicherheitssteuerung (SCU-DR) — die einzige Stelle im Programm, an der die Sicherheitsfunktion selbst über den Bus läuft: Ausführung /P mit PROFIsafe über PROFINET, Ausführung /F mit FSoE über EtherCAT, jeweils bis SIL3 und PL e.

IO-Link: der Weg für die letzten Meter

IO-Link ist kein Feldbus, sondern eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung zwischen Gerät und Master — und der Master hängt dann am Feldbus der Anlage. Für einzelne Sensoren ist das oft die günstigere Strecke, weil weder Busadresse noch geschirmte Leitung nötig sind und der Master beim Gerätetausch seine Einstellungen selbst zurückschreibt.

Im Programm stehen dafür IO-Link DMS-Messverstärker und Wägezellen mit eingebautem IO-Link. Ausführlich: Wie funktioniert IO-Link?

Woran Sie die Auswahl festmachen

  • Was spricht die Steuerung? Läuft die Anlage auf PROFINET, kommen ETLH, EMLC und — für Sicherheitsfunktionen — der ESMD in Frage. Bei EtherCAT ebenso ETLH und EMLC.
  • Wie viele Werte? Ein einzelner Gewichtswert rechtfertigt selten ein Feldbusmodul; sobald Sollwerte, Rezepte oder die Diagnose einzelner Zellen dazukommen, lohnt es sich.
  • Wo sitzt das Gerät? Im Schaltschrank genügt die DIN-Schiene. Direkt an der Maschine brauchen Sie ein Gehäuse mit Schutzart — EILC in IP67, EILD in IP64, der EMLC in IP67 aus Edelstahl.
  • Kommt eine Sicherheitsfunktion dazu? Dann führt der Weg über PROFIsafe oder FSoE; mehr unter Funktionale Sicherheit nach SIL und PL.

Ein Hinweis zur Bestellung

Bei den meisten Geräten wird die Busvariante bei der Bestellung festgelegt und lässt sich später nicht ohne Weiteres umstellen — das Modul steckt im Gerät. Nennen Sie uns deshalb gleich, an welche Steuerung es geht. Wenn Sie unsicher sind, genügen Fabrikat und Typ der SPS; den Rest klären wir.

Passt keines der Standardgeräte?

Dann sagen Sie uns, was gefordert ist: Anzahl der Wägezellen, Zykluszeit, Bus, Umgebung und ob eichrechtliche oder sicherheitsgerichtete Anforderungen dazukommen. Wir prüfen, welche Kombination trägt — und entwickeln die Elektronik im Bedarfsfall selbst, siehe Elektronikentwicklung.