



























Häufige Fragen
Biegestab oder Scherstab – was ist der Unterschied?
Beide sehen ähnlich aus, messen aber unterschiedliche Verformungen. Beim Biegestab sitzen die Dehnungsmessstreifen dort, wo sich der Balken durchbiegt; der Aufbau ist einfach und im unteren Lastbereich günstig. Beim Scherstab liegen die DMS in einer ausgefrästen Tasche und messen die Schubverformung im Querschnitt. Das macht ihn deutlich unempfindlicher dagegen, wo genau die Last auf dem Balken aufliegt – und damit robuster in Behälterwaagen und bei höheren Nennlasten.
Wofür braucht man einen Doppelscherstab?
Der Doppelscherstab nimmt die Last in der Mitte auf und stützt sich an beiden Enden ab. Die Kraft verteilt sich damit auf zwei Messstellen, die Zelle trägt bei gleicher Baugröße mehr, und die Krafteinleitung ist symmetrisch. Typisch ist der Einsatz in Brücken- und Fahrzeugwaagen sowie in schweren Behälterwaagen, wo einzelne Auflagepunkte im Bereich mehrerer Tonnen liegen.
Was ist eine Plattform- oder Single-Point-Wägezelle?
Eine Single-Point-Zelle ist so ausgelegt, dass sie eine außermittige Last innerhalb einer festgelegten Plattformgröße richtig wiegt – die Ecklastabweichung ist bereits im Werk abgeglichen. Damit reicht für eine Tisch- oder Bodenwaage eine einzige Zelle statt vier. Die maximale Plattformgröße steht im Datenblatt; wird sie überschritten, hängt die Anzeige davon ab, wo die Last aufliegt.
Passt jede Elektronik zu einer Biegestab- oder Scherstab-Wägezelle?
In der Regel ja, solange die Zelle eine klassische DMS-Vollbrücke ist. Entscheidend sind die Brückenspeisung (üblich sind 5 bis 12 V), der Kennwert in mV/V und die Anschlusstechnik in Vier- oder Sechsleiterschaltung. Sechsleiter ist bei langen Kabeln zu bevorzugen, weil die Fühlerleitungen den Spannungsabfall im Kabel ausgleichen. Zellen mit integriertem Digitalausgang, etwa IO-Link, brauchen dagegen keinen separaten Messverstärker mehr.